Eines der führenden Institute für Geschichtsforschung in Japan findet es unangemessen, Japan als Friedensnation zu definieren.
Diese Ansicht vertrat die Historical Science Society of Japan (HSSJ) in einer Resolution, die sie zum 70. Jahr des Endes des Zweiten Weltkriegs verabschiedete.
Japan habe zwar vermieden, sich an Aggressionen gegen andere Länder unmittelbar zu beteiligen. Mit vielen dort eingerichteten US-Militärbasen habe das Land jedoch als Stützpunkt für US-Truppen bei Einsätzen in Kriegen in Korea, Vietnam und dem Irak gedient. Daher sei es unangemessen, Japan als friedlichen Staat zu bezeichnen, hieß es darin.
Die Historiker drückten zudem Besorgnis darüber aus, dass Premierminister Shinzo Abe durch Gesetzesänderungen Auslandseinsätze der Selbstverteidigungsstreitkräfte ermöglichen und dadurch den Weg für einen neuen Krieg ebnen wolle.