Japans Premierminister Shinzo Abe hat signalisiert, in seiner zum 70. Jahr des Endes des Zweiten Weltkriegs geplanten Erklärung keine Entschuldigung für die Kolonialherrschaft und Aggressionen auszudrücken.
Abe trat am Montag in einem Fernsehprogramm auf und wurde danach gefragt, ob er in der Erklärung Ausdrücke wie Aggression und Entschuldigung verwenden wolle.
Abe antwortete, man brauche keine neue Erklärung zu veröffentlichen, sollte diese denselben Inhalt wie die früheren schriftlichen Erklärungen enthalten. Er habe bereits gesagt, die Geschichtsauffassung der Vorgängerregierungen zu übernehmen, daher sei eine Wiederholung nicht nötig.
Damit wurde wohl angedeutet, dass er auf wichtige Formulierungen in der 1995 veröffentlichten Murayama-Erklärung wie die Entschuldigung für die Kolonialherrschaft und Aggressionen und Reue verzichten will.
Abe sprach in seiner Rede bei einem Symposium zum 70. Jahr der Gründung der Vereinten Nationen im März über „tiefe Reue über frühere Kriege“. Daher wird nicht ausgeschlossen, dass er in seiner Erklärung lediglich Reue über Kriege zum Ausdruck bringen wolle.