Die deutschen Medien haben die Geschichtsklitterung Japans in dessen Schulbüchern kritisiert.
Die Süddeutsche Zeitung wies in einem Artikel mit dem Titel "Massaker als Zwischenfall" darauf hin, dass Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sich seit zwanzig Jahren gegen das, was er "Selbstquälerei der Geschichtsdarstellung in Japans Schulbüchern“ nenne, engagiere. Gemeint sei eine faktentreue Darstellung des Zweiten Weltkriegs, hieß es.
Die Zeitung schrieb weiter, Abe finde, dass die Schulen den Kindern Nationalstolz einimpfen müssten, statt Japan zu kritisieren. Abe habe in dieser Woche durch die Genehmigung von entsprechend verfassten Neuauflagen von Schulbüchern den nächsten Etappensieg seines Feldzugs errungen.
Der Tagesspiegel berichtete ebenfalls, Japan habe die Geschichtsbücher überarbeitet und versuche vor allem, die Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg und territoriale Fragen in ein neues Licht zu rücken. China und Südkorea seien empört, so die Zeitung.
Das japanische Bildungsministerium genehmigte am Montag Neuauflagen von Lehrbüchern für die Mittelschule, in denen die Taten der japanischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg, darunter auch die Sexsklaverei, verharmlost und Japans Gebietsanspruch auf die südkoreanischen Inseln Dokdo verstärkt behandelt werden. Die südkoreanische Regierung protestierte vehement gegen den Schritt Japans.