Japans Medien haben über eine geplante Erklärung von Premierminister Shinzo Abe Besorgnis ausgedrückt.
Anlass ist, dass Abe in einem NHK-Programm am Sonntag andeutete, in seiner um den 15. August zu veröffentlichenden Erklärung den Kern der Murayama-Erklärung von 1995, die offizielle Entschuldigung für Japans Kolonialherrschaft und Aggression, auslassen zu können. Abe sagte, statt einer Wiederholung der Formulierung wolle er eher eine Erklärung abgeben, wie die Abe-Regierung die Angelegenheit betrachtet.
Die Zeitung „Asahi Shimbun“ schrieb in ihrem Leitartikel, sollte man Japans Taten wie die Kolonialherrschaft oder Aggression nicht deutlich eingestehen, stelle dies keine Übernahme der Murayama-Erklärung dar.
„Mainichi Shimbun“ betonte, eine Erklärung ohne wichtige Wörter könne den Beziehungen zur Weltgemeinschaft schaden.
„Tokyo Shimbun“ schrieb, ohne Demut, der dunklen Vergangenheit wie Kolonialherrschaft oder Aggression ins Gesicht zu sehen, könne man kein Vertrauen gewinnen.