Nach dem Urteil gegen Ex-Präsident Yoon Suk Yeol hat der Vorsitzende der Partei Macht des Volkes (PPP), Jang Dong-hyuk, dazu aufgerufen, die Unschuldsvermutung zu wahren.
Das Bezirksgericht Seoul Zentral hatte Yoon am Donnerstag in erster Instanz wegen des Vorwurfs der Anführung einer Rebellion zu lebenslanger Haft verurteilt.
Jang erklärte einen Tag später, das Urteil sei bedauerlich und zutiefst erschütternd. Zugleich betonte er, es handele sich bislang nur um eine Entscheidung in erster Instanz. Die Unschuldsvermutung müsse ausnahmslos für alle gelten.
Jang verwies zudem darauf, seine Partei habe stets die Auffassung vertreten, dass die Verhängung von Kriegsrecht nicht automatisch mit einer Rebellion gleichzusetzen sei. Das Urteil erster Instanz habe diese Sichtweise nicht hinreichend begründet entkräftet, hieß es.
Forderungen aus den eigenen Reihen, sich nun von Yoon zu distanzieren, lehnte Jang ab. Wer immer wieder Entschuldigungen und einen Bruch verlange, vertiefe die Spaltung. Notwendig sei vielmehr eine klare Abgrenzung von solchen Stimmen.
Anders äußerte sich PPP-Fraktionschef Song Eon-seog, der sich unmittelbar nach der Urteilsverkündung am Donnerstag bei Bürgern und Parteimitgliedern entschuldigte. Er sagte, er nehme die Verantwortung ernst. Ohne Yoon namentlich zu erwähnen, kündigte er an, man werde sich von jeder politischen Kraft abgrenzen, die die verfassungsmäßige Ordnung zerstöre.