Südkorea müsse laut dem russischen Botschafter in Seoul, Georgi Sinowjew, mit Russland eng zusammenarbeiten, um seine Pläne für die Entwicklung eines arktischen Seewegs durch die Nordostpassage umzusetzen.
Die entsprechende Forderung unterbreitete der Diplomat in einem Interview in Seoul, das die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti am Sonntag (Ortszeit) veröffentlichte.
Seouls Pläne zur Nutzung der Nordostpassage beträfen auch die Sicherheit der Schifffahrt und die maritime Sicherheit im Nordpolargebiet in Russland. Ohne enge Zusammenarbeit mit Russland könnten sie nicht umgesetzt werden, sagte er.
Russland sei sich der Absicht Südkoreas bewusst, die Nordostpassage für den Warentransport von Asien nach Europa zu befahren und den Hafen von Busan zu einem internationalen Logistikzentrum zu entwickeln, fuhr der Botschafter fort.
Er könne bestätigen, dass Russland zu konstruktiven Gesprächen über das Thema bereit sei. Ein Beginn solcher Gespräche hänge davon ab, wie realistisch Südkoreas Bestreben nach der Entwicklung des Seewegs sei, hieß es weiter.
Der kommissarische Minister für Ozeane und Fischerei, Kim Sung-bum, hatte am 5. Januar Pläne für die Erschließung einer arktischen Schifffahrtsroute vorgestellt. Dazu zählt die Probefahrt eines Containerschiffs mit einer Kapazität von 3.000 Standardcontainern (TEU) von Busan nach Rotterdam. Hierfür wolle Südkorea noch im ersten Halbjahr Konsultationen mit den russischen Behörden vorbereiten, hatte es geheißen.