Die südkoreanische Regierung hat eine Sonderregelung angekündigt, mit der Importe verarbeiteter Lebensmittel aus Nordkorea wieder ermöglicht werden sollen.
Wie das Vereinigungsministerium am Freitag mitteilte, soll die Sonderregelung ab Februar in Kraft treten.
Hintergrund ist, dass Importeure aufgrund der unterbrochenen innerkoreanischen Beziehungen Unterlagen nordkoreanischer Behörden und Unternehmen praktisch nicht mehr beschaffen können. Deshalb führt die Regierung nun ein eigenes Verfahren ein.
Nach Angaben des Ministeriums müssen Lebensmittelimporteure normalerweise bereits vor der ersten Importanmeldung eine vom Herkunftsland ausgestellte Betriebsgenehmigung der Produktionsstätte vorlegen. Zusätzlich ist eine Erklärung erforderlich, dass die Fabrik einer Vor-Ort-Inspektion durch südkoreanische Lebensmittelbehörden zustimmt.
Für Waren aus Nordkorea sollen Importeure diese Dokumente künftig durch alternative Unterlagen ersetzen dürfen, mit denen ein vergleichbares Niveau bei Sicherheits- und Qualitätskontrollen nachgewiesen wird.
Gleichzeitig will die Regierung die Einfuhrkontrollen verschärfen. Eine vertiefte Prüfung, die sonst nur bei der ersten Einfuhr und in besonderen Fällen erfolgt, soll bei nordkoreanischen Produkten bei jeder Einfuhr durchgeführt werden.
Nach weiteren Angaben des Ministeriums schafft die Reform die institutionelle Grundlage für den Import nordkoreanischer Lebensmittel. Man werde weiter daran arbeiten, den privaten Handel zwischen Nord- und Südkorea wieder zu beleben.