Der frühere Präsident Yoon Suk Yeol ist wegen der Behinderung einer Festnahme zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden.
Das Bezirksgericht Seoul Zentral befand Yoon am Freitag für schuldig.
Nach Ansicht des Gerichts setzte Yoon im vergangenen Jahr Mitarbeiter des präsidialen Sicherheitsdienstes ein, um die Vollstreckung eines gegen ihn erlassenen Haftbefehls zu verhindern. Hierfür verurteilte ihn das Gericht wegen gewaltsamen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.
Darüber hinaus soll Yoon am Tag der Verhängung des Kriegsrechts nur ausgewählte Kabinettsmitglieder ins Präsidialamt einbestellt haben. Dadurch habe er andere Minister in ihrem Beratungs- und Beschlussrecht eingeschränkt. Das Gericht wertete dies als Amtsmissbrauch zur Behinderung der Ausübung von Rechten.
Hinzu kommt der Vorwurf, Yoon habe die Erklärung zur Verhängung des Kriegsrechts nachträglich erstellen lassen und anschließend deren Vernichtung veranlasst.
Das Team um Sonderstaatsanwalt Cho Eun-suk hatte in der abschließenden Verhandlung Ende Dezember vergangenen Jahres eine Haftstrafe von zehn Jahren gefordert.