Laut dem südkoreanischen Präsidialamt Cheong Wa Dae gibt es keine Hinweise auf eine Beteiligung des Militärs oder der Regierung an der jüngst von Pjöngjang behaupteten Sendung von Drohnen aus Südkorea nach Nordkorea.
Zugleich warnte der nationale Sicherheitsberater Wi Sung-lac, dass ein solcher Drohneneinsatz durch Zivilsten sehr wahrscheinlich sowohl gegen südkoreanisches Gesetz wie auch gegen das Waffenstillstandsabkommen verstoße.
Über ein solches Vergehen könne nicht hinweggesehen werden. Wenn etwas zu bestrafen sei, müsse es bestraft werden, sagte er am Mittwoch bei einem Presseauftritt während des Besuchs von Präsident Lee Jae Myung in Osaka.
Er äußerte dabei Bedenken über die positive Auslegung einiger Leute, dass die aktuelle Debatte eine Gelegenheit für die Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen bieten könnte. In Bezug auf Gespräche mit Nordkorea müssten auch die Rechtssysteme, das Waffenstillstandsabkommen und die innerkoreanischen Beziehungen berücksichtigt werden.
Wi erinnerte auch daran, dass Nordkorea in der Vergangenheit seinerseits Drohnen nach Südkorea fliegen lassen hatte, von denen einige in der Nähe des Blauen Hauses und im Bezirk Yongsan abstürzten. Auch dies habe einen Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen dargestellt.
Man werde beim Umgang mit diplomatischen und sicherheitspolitischen Fragen gelassen, besonnen und mit Würde handeln. So tue es die Regierung. Im Zusammenhang mit Nordkorea müsse man ruhig und mit kühlem Kopf vorgehen, sagte er und warnte davor, die Situation zu Südkoreas Gunsten zu interpretieren.
Es waren in Südkorea Stimmen laut geworden, nach denen beide Koreas anlässlich des jüngsten Drohnenvorfalls eine gemeinsame Untersuchung einleiten und dadurch einen Ansatzpunkt zur Verbesserung der Beziehungen finden könnten.
Kim Yo-jong, die Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, hatte jedoch den Kommentar eines Beamten des südkoreanischen Vereinigungsministeriums, dass es Spielraum für einen Spannungsabbau und für Kommunikation gäbe, als Luftschloss zurückgewiesen.
Wi bekräftigte außerdem den Willen der Regierung, sich weiterhin für einen Spannungsabbau, Vertrauensaufbau und die Wiederaufnahme des Dialogs einzusetzen.