Am Abend des 26. Oktober 1979 erschoss Kim Jae-gyu, Direktor des Geheimdienstes KCIA, in einer konspirativen Wohnung in Gungjeong-dong Präsident Park Chung-hee und den Leiter des präsidialen Sicherheitsdienstes, Cha Ji-chul. Damit endete eine Herrschaft, die 1961 begonnen hatte.
Den Hintergrund bildete die 1972 verkündete Yushin-Verfassung, mit der die Direktwahl des Präsidenten abgeschafft und Parks Macht zementiert wurde. Trotz massiver Repressionen wuchs der Widerstand. Ab dem 16. Oktober 1979 gab es Proteste in Busan und Masan, den zentralen Städten des damaligen Oppositionslagers. Sie wurden niedergeschlagen, markierten jedoch den Höhepunkt der öffentlichen Empörung.
Auch in Führungskreisen eskalierte der Streit. Geheimdienstchef Kim Jae-gyu drängte auf ein maßvolles Vorgehen gegen Regimegegner. Der Chef des präsidialen Sicherheitsdienstes, Cha Ji-chul, der weit über seine Aufgaben hinaus in die Staatsführung eingriff, forderte hingegen ein hartes Durchgreifen. Der offene Konflikt zwischen Geheimdienst und Sicherheitsdienst des Präsidenten untergrub die Stabilität an der Staatsspitze.
Am 26. Oktober traf Kim seine Entscheidung. Er erschoss Park und Cha, wurde kurz darauf festgenommen, wegen Mordes in aufrührerischer Absicht verurteilt und im Mai 1980 hingerichtet. Das Attentat beendete die Yushin-Ära, ließ jedoch ein Machtvakuum zurück. Am 12. Dezember 1979 nutzten Militäroffiziere um den Sicherheitskommandeur Chun Doo-hwan die unruhige Übergangszeit für einen Putsch und ebneten damit den Weg zur Militärherrschaft der 1980er-Jahre.