Am 30. Juni 1983 um 22.15 Uhr strahlte KBS eine Live-Sondersendung mit dem Titel „Auf der Suche nach den vermissten Familienangehörigen“ aus. Was als einmalige 90-Minuten-Sendung zum 33. Jahrestag des Koreakriegs sowie zum 30. Jahrestag des Waffenstillstandsabkommens geplant war, verwandelte sich innerhalb weniger Stunden in ein humanitäres Medienereignis ungekannten Ausmaßes.
Noch während der ersten Live-Schalte rissen Anrufe nach vermissten Angehörigen nicht ab. KBS verlängerte die Sendezeit auf vier Stunden – und warf schließlich sein gesamtes Programmschema über Bord: Vier Tage lang liefen nahezu rund um die Uhr Suchaufrufe, Interviews und spontane Wiedersehensszenen. Die Einschaltquote erreichte 78 Prozent – ein Wert, der den Sender selbst überraschte. Ab dem 10. Juli wurden auch Live-Sendungen für im Ausland lebende Koreaner ausgestrahlt, die bis zum 14. November insgesamt 138 Tage andauerten. Im Rahmen des Programms gingen 100.952 Suchanträge ein, in deren Folge 10.189 Familienzusammenführungen zustande kamen. Während der gesamten Sendung versammelten sich Hunderttausende Menschen um die KBS-Zentrale im Seouler Viertel Yeouido, in der Hoffnung, ihre vermissten Familienangehörigen wiederzufinden. Die Szenen wiedervereinigter Familien, die sich auf dem Bildschirm umarmten und weinten, waren eine schmerzliche Erinnerung an den tragischen Krieg auf der koreanischen Halbinsel.
Die spontane Marathon-Sendung wurde auf der 6. Weltmedienkonferenz als „humanitärstes Programm des Jahres 1983“ ausgezeichnet; im Februar 1984 erhielt KBS als erste Rundfunkanstalt den internationalen Ad-honorem-Preis des Goldenen Merkur.
2015 wurden 20.522 Archivdokumente – darunter originale Videobänder, Regieprotokolle, handschriftliche Anträge der Suchenden, Pläne für den Programmablauf, Cuesheets, Soundtrack-CD und Fotos – in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen.