Kosten für Wiedervereinigung Koreas

erstellt: 2012-02-01

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Die Kosten einer Wiedervereinigung Süd- und Nordkoreas sollen 24 Prozent des südkoreanischen Bruttoinlandsprodukts betragen. Diese Prognose stellte der Leiter des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Ulrich Blum, in einem Beitrag für die BILD-Zeitung.

Blum erstellte seine Prognose auf der Grundlage der volkswirtschaftlichen Daten West- und Ostdeutschlands zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung im Jahr 1990. Damals wurden sechs Prozent des westdeutschen Bruttoinlandsprodukts für die neuen Bundesländer eingesetzt. Die frühere DDR hatte dabei sowohl bei der Bevölkerung als auch beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf rund 20 Prozent des Niveaus der damaligen BRD erreicht. Demgegenüber liegt Nordkorea bei der Einwohnerzahl bei 40 Prozent des Niveaus Südkoreas, während sein Pro-Kopf-BIP lediglich fünf Prozent verglichen mit dem des Südens erreicht.

Bei der Analyse des deutschen Experten erregen zwei Punkte Aufmerksamkeit: Erstens, nach seiner Ansicht könnte Südkorea wegen der schwachen Wirtschaftskraft Nordkoreas die Einheitskosten nicht finanzieren, auch wenn das Land einen Fonds hierfür errichtet hat. Ohne eine Kooperation Nordkoreas würden die Vorbereitungen für eine Wiedervereinigung schwierig.

Zweitens, Blum schrieb, dass der Süden zwar in den Norden vorstoßen könne, indem dort wirtschaftliche Sonderzonen errichtet werden. Doch zeige das Beispiel des innerkoreanischen Industrieparks in Kaesong deutlich, dass die Erfolgsaussichten ohne grundlegenden Systemwandel in Nordkorea gering seien.

Nordkorea erklärte zwar 2012 zum Jahr des Aufbaus eines starken Staates. Jedoch glaubt niemand an die Verwirklichung des Ziels, denn selbst die Führung des kommunistischen Landes ist offenbar skeptisch. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Nordkorea unter dem aktuellen Regime und System Fortschritte erreichen könnte. Für ein von der Weltgemeinschaft isoliertes Land ohne ausreichende Ressourcen und Kapital bleibt kein anderer Weg, als den Gürtel enger zu schnallen. Andererseits wird der Kollaps des nordkoreanischen Regimes sowohl für beide Koreas als auch die internationale Gemeinschaft katastrophale Folgen haben. Alles in allem wird es für Nordkorea die beste Möglichkeit sein, dem China- oder Vietnam-Modell zu folgen. Zu diesem Schluss kam auch Dr. Blum in seinem Beitrag.

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