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Über Korea

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Die koreanische Geschichte erstreckt sich vom Gründungsmythos um Dangun über die Zeit der Drei Reiche, die Periode des Vereinten Silla, die Goryeo-Dynastie, die Joseon-Dynastie, die Zeit der japanischen Besatzung, die Teilung des Landes bis hin zur Zeit der heutigen Republik Korea. Das Gebiet des heutigen Koreas ist auf die koreanische Halbinsel und die umliegenden Inseln beschränkt, reichte aber ehemals in den nordöstlichen Teil Chinas hinein.

Der Gründungsmythos von Dangun und Gojoseon
  • Die Geschichte des koreanischen Volkes reicht zurück zum Gründungsmythos um den legendären Staatsgründer Dangun. Der Legende nach kam Hwan-woong, der Sohn des Gottes Hwan-in mit vier Schutzgöttern auf die die Erde herab und gründete eine heilige Stadt am Fuße des Berges Taebaek, der heute der in Nordkorea gelegene Berg Myohyang ist. Als sie hörten, dass der Sohn des Himmelsgottes auf der Erde erschienen sei, baten ein Bär und ein Tiger ihn darum, von ihm in Menschen verwandelt zu werden. Hwan-woong sagte ihnen, dass sie 100 Tage lang in einer dunklen Höhlen ausharren und sich dort nur von bitteren Wurzeln und Knoblauch ernähren sollten. Der Tiger gab frühzeitig auf, doch der Bär hielt bis zum Schluss aus und verwandelte sich schließlich in der Bärenfrau Woong-nyeo. Sie heiratete Hwan-woong und gebar den Sohn Dangun, der heranwuchs
  • und ein Land namens Joseon gründete. Dangun regierte das Land für 1.500 Jahre und wurde ein Gott, nachdem er 1.908 Jahre auf der Erde verbracht hatte. und ein Land namens Joseon gründete. Dangun regierte das Land für 1.500 Jahre und wurde ein Gott, nachdem er 1.908 Jahre auf der Erde verbracht hatte.
  • Die Vorgeschichte zu Danguns Geburt lässt sich verstehen als eine mythische Darstellung der zivilisatorischen Entwicklung Koreas. Der Mythos beschreibt, wie die Vorfahren des koreanischen Volkes sich in der Region niederlassen und über die Einheimischen herrschen. Die Verehrung zahlreicher Götter weist auf entwickelte landwirtschaftliche und auch handwerkliche Fähigkeiten hin. Woong-nyeo steht für die Eingeborenen und die Heirat von Hwang-woong und Woongnyeo stellt die Integration des eingewanderten Stammes in die Gemeinschaft der Einheimischen sowie die Entwicklung des aus dieser Verbindung hervorgehenden neuen Stammes dar. Dangun war Anführer und Symbol dieses neuen Stammes, und so nennen sich die Koreaner auch „Kinder Danguns“.
  • Gojoseon (2333 v. Chr. (?) – 2. Jh. v. Chr.)
  • Dangun gilt als der legendäre Gründer des prähistorischen Gojoseon. Diese Gründung wird mit dem Jahr 2333 v. Chr. datiert. Gojoseon bedeutet „altes Joseon“ und ist insofern zu unterscheiden von der späteren Joseon-Dynastie. Da keinerlei schriftliche Quellen über dieses Gojoseon existieren, muss seine Mythologie und Geschichte anhand von archäologischen Funden oder alten chinesischen Dokumenten rekonstruiert werden. Es liegt nahe, dass Dangun sowohl als politischer Führer als auch als religiöser Priester tätig war. Die Gojoseon-Periode kann weiter unterteilt werden in die Abschnitte Dangun-Joseon, Gija-Joseon und Wiman-Joseon, wobei angenommen wird, dass die Führerschaft dabei von Dangun über Gija zu Wiman wechselte. Die Niederlage Gojoseons gegen die Truppen der chinesischen Han-Dynastie in einem Krieg um die regionale Hegemonie im 2. Jahrhundert v. Chr. bedeutete das Ende der Gojoseon-Periode.

  • Drei-Reiche-Zeit (1. Jh. v. Chr. – 668 n. Chr.)
  • Im ersten Jahrhundert v. Chr. verbanden sich zahlreiche Stämme in der Mandschurei und auf der koreanischen Halbinsel und es kam zur Entstehung der drei Königreiche: Goguryeo im nördlichen Teil der Halbinsel und in der Mandschurei, Baekje im Westen der Halbinsel und Silla im Südosten. Diese drei Königreiche gingen alle aus unterschiedlichen Stämmen hervor, doch teilten sie das gemeinsame Erbe Danguns.
Goguryeo (37 v. Chr. – 668 n. Chr.)
  • Goguryeo wurde von Jumong (König Dongmyeongseong) in der südlichen Mandschurei gegründet und erstreckte sich über die gesamte Mandschurei und den nördlichen Bereich der koreanischen Halbinsel. Aufgrund seiner Lage zwischen China und der koreanischen Halbinsel war Goguryeo ständig von China bedroht, das sein Gebiet auf die koreanische Halbinsel auszuweiten strebte. Durch die Eroberung der Stadtstaaten Nakrang und Daebag gelang es den Truppen Goguryeos jedoch, den chinesischen Einfluss zurückzudrängen. Diese beiden Stadtstaaten waren chinesische Siedlungen, die im Anschluss an den Fall Gojoseons auf der koreanischen Halbinsel errichtet worden waren. Mit dem Sieg über die angreifenden chinesischen Truppen im Jahre 598 erlangte Goguryeo seine Vormachtstellung in Nordostasien zurück. Dank seiner großen Fläche und seiner starken Armee genoss Goguryeo lange Zeit seine unangefochtene Vormachtstellung. Durch den langen Krieg gegen die chinesische Sui-Dynastie jedoch verringerte sich Goguryeos Macht und es wurde schließlich zwischen den alliierten Truppen von Silla und der chinesischen Tang-Dynastie zerrieben. Goguryeo wurde dem Königreich Silla eingegliedert, doch einige Flüchtlinge aus Goguryeo zogen nach Norden, verbanden sich mit den dortigen Stämmen und gründeten den Staat Balhae.

  • Baekje (18 v. Chr. – 660 n. Chr.)
  • Der Gründungsmythos von Baekje beschreibt wie Onjo und Biryu, die beiden Söhne von Dongmyeongseong, dem König Goguryeos, in den Süden kamen, um dort einen neuen Staat zu gründen, hauptsächlich mit Hilfe anderer Einwanderer aus Goguryeo, die von der dort herrschenden Schicht verstoßen worden waren. Baekje stieß im Norden mit Goguryeo zusammen, führte aber Handel mit China über das Gelbe Meer hinweg. Baekje führte Krieg gegen Goguryeo, eroberte den chinesisch beeinflussten Stadtstaat Daebang und expandierte nach Norden. An der Ostgrenze hatte Baekje gegen dass ebenfalls expandierende Silla zu kämpfen. Darüber hinaus waren der kulturelle Austausch und der Handel mit Japan für Baekje von Bedeutung. Trotz seiner großen kulturellen Errungenschaften konnte sich Baekje jedoch schließlich nicht mehr gegenüber seinen Nachbarn behaupten und musste sich im Jahre 660 der Silla-Tang-Allianz beugen. Nach dem Zusammenbruch des Königreiche Baekje wanderten viele Flüchtlinge von dort nach Japan aus und beeinflussten ihrerseits die dortige Kultur.

  • Silla und Vereintes Silla (57 v. Chr. – 935 n. Chr.)
  • Während Goguryeo und Baekje sich vom frühen Staat Buyeo abzweigten, hat Silla seinen eigenen Gründungsmythos. Demnach ist der Staat von Baekhyeokgeose gegründet worden, der seinerseits aus einem Ei geschlüpft war. Der Mythos deutet darauf hin, dass eine Gruppe von Einwanderern aus einer höher entwickelten Zivilisation in die Region des späteren Silla eingewandert war und sich dort mit der einheimischen Bevölkerung verbunden hatte. Silla wird auch als das tausendjährige Königreich bezeichnet, denn wenn man die Zeit des Vereinten Silla mitrechnet, existierte es 992 Jahre, also fast ein ganzes Millenium lang. In der Südostecke der koreanischen Halbinsel „eingeklemmt“, war Silla geographisch immer etwas isoliert und hatte insgesamt eher wenig Kontakt mit den umliegenden Staaten. So dauerte es länger, bis sich Silla in einen mächtigen Staat verwandelte. Durch stetige kulturelle und militärische Entwicklung und durch die Allianz mit der chinesischen Tang-Dynastie gelang es Silla jedoch, Goguryeo und Baekje zu besiegen und ihr Gebiet in das des Königreichs des Vereinten Silla einzugliedern.
Vereintes Silla (668-935)
  • Vom Vereinten Silla spricht man nach dem Niedergang Goguryeos und Baekjes und nach dem Zusammenschluss des gesamten Territoriums unter der Krone Sillas. Das Vereinte Silla zeichnete sich durch eine blühende buddhistische Hochkultur aus und löste sich aus der politischen Abhängigkeit von der chinesischen Tang-Dynastie. Mit Ausnahme der nördlichen Region, wo Flüchtlinge aus Goguryeo den Staat Balhae gründeten, wurde die gesamte koreanische Halbinsel von Königreich Silla beherrscht. Silla war der erste Staat, der alle drei Königreiche und alle unterschiedlichen Stämme zu einem Volk vereinigte. Doch die herrschende Klasse wurde mit der Zeit immer abgehobener. Lokale Stammesführer nutzten den Verfall der herrschenden Schicht und verschiedene Aufstände läuteten im späten 9. Jahrhundert das Ende des Vereinten Silla ein, das den Weg freimachen musste für die neue Dynastie, die Goryeo-Dynastie.
Goryeo (918-1392)
  • Goryeo wurde gegründet von Wang Geon und hatte Songak (das heute in Nordkorea gelegene Gaesong) als Hauptstadt. Es gliederte Silla im Jahre 935 und das Gebiet von Baekje im Jahre 936 in sein Territorium ein. Goryeos Staatsreligion war der Buddhismus und das politische Hauptziel bestand in der Expansion des Staatsterritoriums in Richtung Norden. Die Spätzeit der Goryeo-Dynastie war geprägt durch den Einfall der Mongolen, die das Königshaus von Goryeo unterwarfen. In den Wirren der ausgehenden Yuan-Dynastie und der anbrechenden Ming-Dynastie in China gelang es Goryeo, einen Teil seiner Souveränität zurückzuerlangen. Nun gelangten jedoch Militäroffiziere an die Macht und die Goryeo-Dynastie wurde usurpiert von Yi Seong-gye, dem späteren Gründer der Joseon-Dynastie. Die Goryeo-Dynastie war nach 474 Jahren an ihr Ende gekommen.
Joseon (1392-1910)
  • General Yi Seon-gye und verschiedene Militärbeamte zwangen den letzten Goryeo-König, vom Thron zu steigen und besiegelten so auf unblutige Art und Weise das Ende der Goryeo- und den Beginn der Joseon-Dynastie. Nun wurde der Konfuzianismus als Staatslehre eingeführt. Die Besonderheit der Joseon-Dynastie bestand darin, dass der König zwar absolute Macht innehatte, aber von konfuzianischen Adligen und Gelehrten kontrolliert wurde und auch ganz bestimmten, durch die strenge konfuzianische Philosophie vorgegebenen Lebens- und Führungsprinzipien folgen musste. Während der Joseon-Zeit wurde eine Reihe kultureller und wissenschaftlicher Leistungen vollbracht, beispielsweise die Erfindung des Hangeul, die Erfindung des Niederschlagsmessers und anderer Geräte. Dadurch, dass die herrschende Klasse sich in ihrer Gebundenheit an die strenge konfuzianische Ideologie der Öffnung gegenüber neuen praktischen Ideen aus dem Ausland verweigerte, verwandelte sich Joseon aber allmählich in eine geschlossene und unbewegliche Gesellschaft. Diese xenophobe Haltung der Führungsschicht hinderte Joseon im späten 19. und im frühen 20. Jahrhundert daran, mit der Entwicklung der sich rasch wandelnden Welt mitzuhalten und führten schließlich zur japanischen Kolonisierung im Jahre 1910.
Japanische Besatzung (1910-1945)
  • Die von Japan eingesetzte Regierung in Korea verfolgte eine strikte Politik der Assimilierung und versuchte, das Erbe der koreanischen Kultur möglichst auszulöschen. Koreaner mussten japanische Namen annehmen und durften die koreanische Sprache und Schrift nicht mehr benutzen. Koreanische Befreiungskräfte führten anti-japanische Kampagnen von China und Russland aus, und zur Lenkung der Unabhängigkeitsbewegung wurde eine provisorische Exil-Regierung in China eingerichtet. Am 1. März 1919 setzte die koreanische Unabhängigkeitsbewegung ein friedliches Zeichen des Widerstands gegen die brutale japanische Okkupation. Die Zeit der Besatzung endete 1945 mit der Niederlage Japans im 2. Weltkrieg und dem japanischen Rückzug aus Korea.
Republik Korea (seit 1945)
  • Nachdem Korea 1945 die Unabhängigkeit erlangte, besetzten US-Streitkräfte den Südteil der Halbinsel, während sowjetische Truppen die Nordhälfte unter Kontrolle nahmen. Hiermit war der Weg zur Teilung des Landes bereits vorgezeichnet. Die Republik Korea wurde 1948 von der gewählten Regierung Südkoreas ausgerufen, die von der internationalen Gemeinschaft als die einzige legitimierte Regierung der koreanischen Halbinsel anerkannt worden war. Derweil errichteten die Sowjets das kommunistische Regime der Volksrepublik Korea im Norden. Am 25. Juni 1950 begannen nordkoreanische Truppen in den Süden einzumarschieren. Dies stellte den Beginn des Koreakrieges dar. Das Einschreiten der UN-Streitkräfte und der chinesischen Armee führte 1953 zu einem Waffenstillstand und der Teilung Koreas in zwei Staaten, die bis heute anhält. Nach einer Phase des Wiederaufbaus in den 60er Jahren begann in den 70 er Jahren das rasante Wirtschaftswachstum der Republik Koreas, das auch als „das Wunder vom Han-Fluss“ bezeichnet wurde. Die Protestbewegung gegen die bis dahin vorherrschende Militärdiktatur führte in den späten 80er Jahren schließlich zu einer Verfassungsänderung, die die Direktwahl des Präsidenten, den friedlichen Machtwechsel und somit die Demokratisierung des Landes ermöglichte. Der Anbruch des neuen Milleniums brachte eine vorsichtige Annäherung der beiden Koreas, deren Regierungen sich gegenseitig anerkannten und erste Schritte in Richtung politischer Versöhnung und wirtschaftlicher Kooperation wagten.
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